Grabarten auf Friedhöfen

Welches Grab darf verlängert werden, welches bepflanzt und wo ist ein Grabstein verboten?

Nicht nur Friedhöfe unterscheiden sich voneinander, auch Grabstätten sind in unterschiedliche Grabarten unterteilt. Die Auswahl der Grabart kann die soziale Stellung eines Verstorbenen deutlich erkennbar werden lassen. Es haben sich bei der Vergabe von Grabstellen zwei Hauptarten von Nutzungsrechten herausgebildet, die Reihengräber und Wahlgräber, weitere sind jedoch dazugekommen.
Friedhofsverwaltungen müssen beachten, dass am Tage der Bestattung die Nutzungszeit an einer Grabstelle die komplette Ruhefrist abdeckt. Daher ist im Falle einer Folgebestattung eventuell ein Nachkauf nötig. Ist aufgrund der früher ausgewählten Grabstelle ein Nachkauf nicht möglich, muss eine neue Grabstelle erworben werden. Der Käufer einer Grabstelle erwirbt im Regelfall automatisch das so genannte Nutzungsrecht. Er entscheidet über weitere Beisetzungen und die Bepflanzung. Zudem ist er für die Friedhofsverwaltung der Ansprechpartner. Er kann das Nutzungsrecht auch an andere Familienmitglieder abtreten.

Die Grabarten lassen sich anhand folgender Kriterien unterscheiden:

Ein Reihengrab ist die normale Nutzungsform auf einem Friedhof, bei der das Nutzungsrecht erst im Todesfall von den Angehörigen erworben wird. Ein Reihengrab muss daher jedem Verstorbenen zur Verfügung gestellt werden. Die Grabstelle wird vom Friedhof der „Reihe“ nach zugewiesen und eine Auswahl ist nicht möglich. In einem Reihengrab darf nur ein Sarg bestattet werden. Es ist im Normalfall preisgünstiger als ein Wahlgrab. Die Grabnutzung ist jedoch nicht verlängerbar.

Ein Wahlgrab begründet darüber hinaus ein über das normale Nutzungsrecht hinausgehendes Sondernutzungsrecht, das mit einigen Besonderheiten versehen ist. Das Grab ist individuell und wird von den Angehörigen ausgewählt. Je nach Art können mehrere Beisetzungen in einer Grabstelle vorgenommen werden. Grabpflege und Grabstein fallen bei einem Wahlgrab bei mehreren Beisetzungen in der Regel nur einmal an. Falls bereits eine Grabstelle vorhanden ist, müssen die Verwendbarkeit überprüft und die Zustimmung des Friedhofträgers und des Nutzungsberechtigten eingeholt werden. Die Dauer der Grabnutzung ist verlängerbar. So besteht bei dieser Grabart die Möglichkeit eine generationsübergreifende Familiengrabstätte zu schaffen.

Weitere Möglichkeiten sind Kolumbarien, Gruften, Urnengemeinschaftsgräber und anonyme Bestattungen.
Kolumbarien, auch Urnennischenwände, dienen der Unterbringung von Urnen in gleichartigen Nischen, meist mit individuell zu beschriftenden Verschlussplatten. Kolumbarien sind zwar individuelle Bestattungsorte und damit auch eine Alternative zur anonymen Bestattung, ermöglichen aber keine Bepflanzung.
Gemauerte Gruften unter der Erde oder Mausoleen, prächtige Grabbauten über der Erde, sind, zumindest in Deutschland, nur von älteren Friedhöfen vertraut. Diese Grabarten entsprachen dem Wunsch, eine bestimmte soziale Stellung oder religiöse Vorstellung mitzuteilen.
Das Urnengemeinschaftsgrab mit gemeinschaftlichem Gedenkstein ist eine Mischform aus anonymer Bestattung und dem Wunsch nach einem Grabstein. Beim Graberwerb haben Sie als Erwerber keinen Einfluss auf die Lage. Auf einem Grabfeld werden ein großer, schwerer Grabstein bzw. einzelne große Grabplatten aufgestellt. Die Urne, oder auf Wunsch auch zwei Urnen, werden gemeinsam beigesetzt. Auf dem Stein/den Steinen werden die Namen der Verstorbenen eingraviert. Eine individuelle Grabbepflanzung oder Verlängerung ist nicht möglich.

Obgleich die anonyme Bestattung unter verschiedenen Bezeichnungen geführt wird, ist das gemeinsame Merkmal, dass keine individuelle Grabstätte existiert. Die Bezeichnung "anonym" ergibt sich aus der Tatsache, dass die genaue Lage des Grabes allerhöchstens der Friedhofsverwaltung bekannt ist. Die Angehörigen können in den meisten Fällen nicht an der Beisetzung teilnehmen. Die Grabfelder bestehen meist aus Rasenflächen, am Rand können Blumengebinde abgelegt oder Grablichter aufgestellt werden. Eine namentliche Nennung der Verstorbenen entfällt. Die Beisetzung findet im Falle einer Erdbestattung in einem nicht individuell gekennzeichneten Gräberfeld, dem Gemeinschaftsgrabfeld, statt.
Bei einer Feuerbestattung kann man die anonyme Beisetzung in einem Urnenhain vornehmen lassen. Eine Trauerfeier ist hier wie bei allen anderen Bestattungsformen möglich. Mancherorts kann die Asche des Verstorbenen auch auf dem Friedhof verstreut werden.

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